28. Spieltag am 06.06.2026
Hoyerswerdaer FC 1. – FV Blau-Weiß Zschachwitz 1. 3:1 (2:1)
Starken Niederlausitzern konnte Blau-Weiß nur Kampfgeist entgegensetzen!
In der Hinrunde konnten die Dresdner wegen zahlreicher Ausfälle nicht in „Hoywo“ anreisen, was mit zwei Gegentoren und einer Ordnungsgebühr geahndet wurde. Dass es nun aber kein Heimspiel für Blau-Weiß gab, erscheint nicht nur dem Berichterstatter als harte Entscheidung. Hinzu kam, dass eine Spielverlegung durch Hoyerswerda abgelehnt wurde.
Mit nur zwölf Spielern und dem Mannschaftsleiter als Torwart-Ersatz begann dieses Spiel im traditionsreichen Hoyerswerdaer Stadion zur ungewohnten Anstoßzeit um 13 Uhr. Vom Anpfiff weg (leider wurde kein Spielberichtsbogen übergeben und auch im Internet wurde kein Schiedsrichtername genannt) bestimmten die ganz in Grün spielenden Gastgeber das Spiel.
Dabei hatte Luttert, als er etwa 15 Meter in der gegnerischen Hälfte den Ball hatte, leider übersehen, dass der Hoyerswerdaer Torwart 30 Meter vor seinem Tor stand. Das hätte ein Überraschungstreffer werden können. Für den sorgte dann in der 12. Minute Goldberg, als er einen lang geschlagenen Ball von Klappan annahm, seinen Gegenspielern über 30 Meter davonlief und die 1:0-Führung für Blau-Weiß erzielte.
In der Folgezeit erreichte der FC zwar zahlreiche Eckbälle und Freistöße, aber stets war die Abwehr der Dresdner mit Beinen und Körper dazwischen und brachte die Bälle aus der Gefahrenzone. Hier hätten sich Trainer Fischer und die wenigen Dresdner Fans etwas besser adressierte Abwehrschläge gewünscht – ähnlich wie beim erzielten Tor. Vielleicht hätte man den um das Hoyerswerdaer Spiel bemühten „de Santos“ aktiver angreifen bzw. decken sollen.
Erfreulich für den in Hellblau-Weiß spielenden Absteiger war, dass die Gastgeber den Torschuss vorerst nicht in ihrem Repertoire hatten, sodass Sauer im Zschachwitzer Tor nur wenig eingreifen musste. Als in der 27. Spielminute der Ball vor dem zentral postierten Klappan vorbeigespielt wurde und Ziegler seinen Gegenspieler außer Acht ließ, schoss Basiuk den nicht haltbaren 1:1-Ausgleich. Dem Spielverlauf nach war dies ein gerechter Treffer.
Nach zwei aufeinanderfolgenden Eckbällen, einem Flachschuss, den Sauer hielt, und zwei vergebenen Möglichkeiten des FC folgte ein Foulspiel von Hoßmann an Lange. Hier wäre eine Gelbe Karte angebracht gewesen. Als der mit Ball am Fuß dribbelnde Eberlein im eigenen Strafraum unglücklich an das Bein eines Hoyerswerdaers kam, schien der Strafstoßpfiff des Unparteiischen eine Fehlentscheidung zu sein. So wurde der aufopferungsvolle Abwehrkampf von Blau-Weiß in der ersten Halbzeit nicht belohnt, da „de Santos“ den Elfmeter in der 43. Minute sicher zum 2:1-Halbzeitstand verwandelte.
Noch vor dem Pausenpfiff sorgte Uischner mit einer Rückgabe für Gefahr, die jedoch von Klappan bereinigt wurde. Trotz der spielerischen Überlegenheit der Gastgeber – man kann von einem Verhältnis von etwa 65 zu 35 Prozent ausgehen – war es ein unglücklicher Rückstand.
Auch in den zweiten 45 Minuten bestätigte sich die Überlegenheit des FC. Da die Gastgeber nun häufiger den Torabschluss suchten, konnte sich Sauer bei zwei Flachschüssen, einer Fußabwehr und einem über die Querlatte gelenkten Ball auszeichnen. Kurzzeitig gab es einige unnötige Härten der Einheimischen, aber auch hier blieb der Gelbe Karton aus.
In der 55. Minute ergaben sich kurzzeitig Möglichkeiten für die Gäste. Reime wurde bei einem Torschuss kurz vor dem Strafraum abgedrängt, und bei einem weiteren Angriff traf er nur das Außennetz. Wiederholt wartete Goldberg vergebens, teilweise freistehend, auf ein gutes Anspiel seiner Mitspieler.
Als man den Spielmacher der Gastgeber, „de Silva“, in Strafraumnähe ungedeckt ließ, gelang der Nummer 10 ein Treffer in den oberen Torwinkel, den man ebenfalls als unhaltbar bezeichnen konnte. Es schien die Vorentscheidung zu sein, zumal Blau-Weiß in der Folgezeit kaum noch in den gegnerischen Strafraum kam.
Nach der maximalen Einwechslung von Nachwuchsspielern durch Trainer Stefan Hoßmann, dem Bruder des ehemaligen Oberligaspielers Thomas Hoßmann, wurde der Angriffsdruck des FC etwas geringer. Allerdings war es Klappan, der noch zweimal vor einschussbereiten Angreifern zur Ecke rettete. Auch Ziegler und Uischner hatten sich gut auf die eingewechselten Gegenspieler eingestellt, sodass die Niederlage im Rahmen blieb.
Mehr als das gezeigte gute Engagement konnten die mitgereisten Fans aufgrund des Tabellenstandes und der weiterhin fehlenden Stammspieler wohl auch nicht erwarten.
Peter Lemme





